Als die Wasseramseln den Schwarzwald verließen

Wie schon erwähnt, muss das wasserrechtliche „Vorprüfungsprojekt“ einen technischen Bericht,  eine fischereirechtliche und morphologische Statuserhebung, sowie ein ornithologisches Gutachten des Kaningbaches vor Errichtung des geplanten Wasserkraftwerkes beinhalten.

Nach dem fischereilichem und morphologischen Gutachten der KIS (Kärntner Institut für Seenforschung GmbH), folgte das ornithologische Gutachten mit dem Schwerpunkt „Wasseramseln“. Wir wurden vom Sachverständigen des Amtes der Kärntner Landesregierung, Unterabteilung Naturschutz, aufgefordert für die ca. 1.400 m lange Anleitungsstrecke ein ornithologisches Gutachten beizubringen. In diesem Gutachten soll insbesondere die stark an Fließgewässer gebundene Wasseramsel (Cinclus cinclus) berücksichtig werden.

Da weder David noch Gerald (noch irgendein anderer Bewohner von Schwarzwald) je eine Wasseramsel in natura gesehen haben, waren wir schon sehr gespannt ob das Ornis-Ingenieurbüro für Biologie, die mit der avifaunistischen Beurteilung betraut wurden, eine finden würden. Diese Beurteilung soll eine Erhebung des Ist-Zustands, eine Auswirkungsanalyse und einen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Wasseramsel beinhalten.

So machten sich eines Tages ein paar Damen und Herren entlang des Kaningbachs auf die Suche nach den „verlorenen“ Wasseramseln. Und tatsächlich, sie wurden fündig, besagt zumindest das ornithologische Gutachten. Und zwar konnte die Wasseramsel in der geplanten Ausleitungsstrecke (ca. 1400 m) mit 2 Paaren festgestellt werden und noch dazu wurden die potentielle Nistplätze beider Paare in unserer geplanten Ausleitungsstrecke verortet. 🙂

Um durch unser Bauvorhaben den Lebensraum der Wasseramseln nicht zu bedrohen, werden von uns u.a. folgende Schutz-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen durchgeführt:

  • Permanente Dotierung der Restflussmenge
  • Sicherung eines dynamischen Restwasseranteils (Jahresgang)
  • ein möglichst geringer Eingriff in die strukturelle Ausprägung des Bachbetts
  • Anbringung von Ersatz-Nistkästen für die Wasseramsel und Miteinbeziehung des Globatschbachs als Ersatzstandort
  • Zusätzliche Übergabe von 3 Wasseramsel-Nistkästen an das Amt der Kärntner Landesregierung, UAbt. Naturschutz, zur Anbringung an Ersatzstandorten anderswo (Quelle: ornithologisches Gutachten, Mai 2011)
Alleine die Kosten für die fischereiliche und morphologische Statuserhebung belaufen sich auf ca. € 11.000,-, das ornithologische Gutachten beläuft sich auf ca. € 4.000,- . All jene Kosten, die im wasserrechtlichen Vorprüfungsprojekt anfallen, müssen natürlich sofort bezahlt werden, mit dem Risiko eines negativen Bescheides der wasserrechtlichen Bewilligung bei der Wasserrechtsverhandlung.

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Somit ist die Zukunft aller Wasseramseln in Schwarzwald und “anderswo” gesichert. Wikipedia sei Dank fand ich heraus, dass die Wasseramsel unter den Singvögeln Europas eine Sonderstellung einnimmt und die einzige Art aus dieser Gruppe ist, die schwimmen und tauchen kann. Womöglich haben wir sie deshalb nie gesehen, da sie wahrscheinlich immer untergetaucht sind.

(Achtung: Dieser Text kann Spuren von Ironie und Satire enthalten!)

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2 Gedanken zu „Als die Wasseramseln den Schwarzwald verließen

  1. Hah, super, das mit der untergetauchten Wasseramsel. Ihr seid bewundernswert. Auch das mit den Fischen und überhaupt die ganze Arbeit die dahintersteckt. (Dabei bin ich erst bei Mai:))

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