Tag der geschlossenen Tür 1

Am 03. August 2011 war es endlich soweit, der Tag der Wasserrechtsverhandlung stand vor der Tür. Diese Verhandlung entscheidet darüber, ob das Wasserkraftwerk gebaut werden darf oder nicht, sprich ob der gesamte Arbeitsaufwand bis zu diesem Zeitpunkt umsonst war und das bis dato eingesetzte Kapital in den Wind gesetzt wurde oder nicht.

Schon zeitig in der Früh machten wir uns auf den Weg zur Stadtgemeinde Radenthein. Da wir über die genaue Dauer der Verhandlung nicht Bescheid wussten, sorgten wir uns vorab schon um das kulinarische Wohl und tischten im Stadtsaal mächtig auf. Ein leerer Magen ist bekanntlich kein guter Begleiter und es sollten doch heute alle zufrieden nach Hause gehen. (Anmerkung d. Redaktion: Es handelte sich hierbei um keinerlei Bestechungsversuche! 🙂 )

Nach Überprüfen der Anwesenheitsliste (Mitarbeiter des Amtes der Kärntner Landesregierung, Grundstücksbesitzer, Vertreter der Bundesforste, Vertreter der Stadtgemeinde Radenthein etc.) stellte man fest, dass sich eindeutig zu viele Personen im Raum befanden. Zum einen war das ich, da ich ja eigentlich nicht an der Verhandlung teilnehmen durfte, da ich ja rechtmäßig weder Inhaberin noch Grundstücksbesitzerin bin. Mit dem Versprechen die Sitzung nicht zu stören und auf jegliche Wortspenden zu verzichten (was mir überaus schwer fiel) durfte ich der Sitzung dennoch beiwohnen. Doch es befanden sich noch weitere zwei Personen im Sitzungssaal, deren Identität bis dahin noch ungeklärt war. Es stellte sich schon bald heraus, dass diese Herrschaften ein Gegenprojekt einreichen werden. D.h. sollte dieses Gegenprojekt wirtschaftlicher sein, darf unser Wasserkraftwerks-Projekt nicht umgesetzt werden, außer es gäbe eine interne Einigung mit dem jeweiligen Kraftwerksbetreiber.

Stadtgemeinde Radenthein

Nachdem ohnehin schon ein immenser Druck auf uns allen lastete, kam nun auch das noch hinzu. Wie wir später erfahren haben, war dieser Herr schon „amtsbekannt“ und hatte sich das Einreichen von Gegenprojekten zu seinem Beruf gemacht. Sollte sein Einreichprojekt wirtschaftlicher sein, versucht er seinen „Projektgegner“ unter finanziellen Druck zu setzen, zieht erst dann sein Gegenprojekt wieder zurück und verdient somit seinen Lebensunterhalt. Das nenn ich mal eine kreative Berufsfindung mit sehr guten Verdienstmöglichkeiten. Voraussetzungen dafür sind ein hohes Maß an Gewissenlosigkeit, keine Skrupel und unmoralisches Handeln.

Die Sitzung wurde dann für kurze Zeit unterbrochen, um das Gegenprojekt zu prüfen.  Mit Spannung warteten wir auf das „Ergebnis“…

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