Halbzeit – die 1. Zwischenbilanz

Das Gröbste wäre geschafft. Die Druckrohrleitung befindet sich schon unter der Erde, das Krafthaus wartet nur noch auf die Turbine und den Generator und das Tiroler Wehr befindet sich auch schon im Endspurt.

Schon im Mai begannen David und Gerald mit den Vorarbeiten für das Wasserkraftwerk um im Juni der FA Fürstauer alle Hürden aus dem Weg zu räumen. Seitdem verging kein einziger Wochentag (und ich schwöre, kein EINZIGER) an dem die beiden nicht Zeit auf der Baustelle verbrachten und arbeiteten. Natürlich sehr zu meinem Leidwesen. Aber von nichts, kommt bekanntlich nichts und die Tatsache, dass das Wasserkraftwerk schon im Feber in Betrieb gehen soll, stimmt mich milde. Oder sagen wir, milder. 🙂

Die Bauarbeiter leisteten großartige Arbeit. Es gab kaum Zeitverzögerungen und fast alles lief nach Plan. Was wohl Geralds Verdienst ist, denn selten gibt es einen Bauherrn, der frühmorgens als Erster die Baustelle betritt und spätabends als letzter diese wieder verlässt. So kann es schon mal vorkommen, dass andere Bauarbeiter ihn für einen „Hilfsarbeiter“ halten. Eine lustige Anekdote dazu, möchte ich euch nicht vorenthalten: Gerald war gerade mit Schweißarbeiten beschäftigt, als ein anderer Bauarbeiter auf ihn zu kam. „He, Jugo schweiß mir mal das Teil zusammen“, war zu hören. Gerald drehte sich um und schweißte wortlos und mit Perfektion die Metallteile zusammen. Als am Nachmittag der Chef der Baufirma eintraf und sich intensiv mit Gerald unterhielt, wunderte sich der Bauarbeiter doch sehr. Er erkundigte sich bei seinen Kollegen und ging reumütig und beschämt zu Gerald und entschuldigte sich. Der hingegen antwortete nur ganz trocken: „Kein Problem, ich helfe immer gerne mit, aber als Jugo braucht man niemanden bezeichnen, und schon gar nicht auf meiner Baustelle.“ He made my day. 🙂

Die Umgangssprache und der Alltag am Bau sind ohnehin eigene Kapitel. Auf Grund der vielen Maschinen und der erhöhten Lautstärke ist ein etwas lauterer Umgangston natürlich zwingend notwendig, nur vergessen einige diesen wieder zu ändern, wenn keine Maschinen mehr in Betrieb sind. (Die armen Frauen zu Hause!) Und die Tatsache, dass sich 2 Baustellen-WCs auf der Baustelle befinden und diese nun die ersten 3 Monate nie benutzt wurden, irritiert mich nach wie vor.

Doch nicht nur die Bauarbeiter haben Großartiges geleistet, auch die Nachbarn leisten Großartiges. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass uns soviel Verständnis gegenüber gebracht wird. Tag ein Tag aus das Gepiepse der LKWs, das erdbebenartige Graben vor der eigenen Haustüre, der nicht enden wollende Baustellendreck und das zusätzliche Verständnis dafür, dass David und Gerald auch am Wochenende nicht still stehen können und weiter arbeiten. Auf diesem Wege nochmals vielen, vielen Dank. Wir können euch nicht genug für euer Entgegenkommen danken.

Zwar waren die ersten Monate auf der Baustelle sehr arbeitsintensiv (zumindest für David und Gerald; ich war nicht so fleißig und will mich nicht mit fremden Lorbeeren schmücken), jedoch gab es so viele kleine Erfolgserlebnisse, die immer wieder motivierten und Kraft gaben – der rasche Baufortschritt, keinerlei Arbeitsunfälle bzw. nennenswerte Zwischenfälle, der Zusammenhalt sowie die freiwillige Mithilfe der Nachbarn und schließlich die neugewonnen Freunde sind wichtige Komponenten einer äußerst positiven ersten Zwischenbilanz.

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